Hier ein älterer Bericht aus der "Ostholsteiner Zeitung" vom 10.August 1999:

Publikumsrenner in Wendtorf:


Mit vier PS
'rauf auf
die Piste


Wendtorf (uhl) Mit Gartenfräse, samt vier bis sechs PS starkem Motor und einem Beifahrer ging's auf der Koppel in Wendtorf über einen recht holprigen Geschicklichkeits-Parcours. Ein Riesenspaß fürs Publikum war am Wochenende das erste Probsteier Fräsenrennen der "Wendtörper Fräsenfrünn". Bevor die acht Gespanne auf die Strecke geschickt wurden, mußten sich die Zuschauer zunächst allerdings in Geduld üben. Das mit Spannung erwartete Rennen verzögerte sich nämlich um eine knappe Stunde, da der extra aus Kiel angereiste RSH-Moderator Sascha Henn kurz zuvor noch live auf Sendung gewesen war.


Geschicklichkeit war auch gefragt

Dann hieß es aber endlich Motor an und 'rauf auf die Piste: Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 25 Stundenkilometern "heizten" die Fahrer durch den engen Kurs mit Hindernissen. So mußte beispielsweise der auf einem Anhänger sitzende Beifahrer einen mit Wasser gefüllten Meßbecher während der Holper-Fahrt durch enge Kurven, über Kippelwippe und Schlaglöcher festhalten und möglichst wieder gut gefüllt am Ziel abgeben. Gar nicht so einfach war es für die Teilnehmer zudem auch, einen Becher lauwarme Cola, zack-zack natürlich bei diesem Rennen auf Zeit, in einem Zug herunter zu kippen. Station Nummer zwei sah das schelle (und unfallfreie) hämmern dreier Nägel vor. Und zum Schluß der gut 200 Meter langen Strecke galt es schließlich noch, eine besonders enge Passage fehlerfrei zu durchfahren.


Nur noch ein halber Meter bis zur Zieldurchfahrt: Der Passader Gartenfräsen-"Pilot" Ralf Wellendorf und sein Hintermann Sven Howe aus Barsbek holten sich am Ende Platz zwei

 

Auch das Wendtorfer Fräsengespann mit Lothar Pohl am Steuer und Dieter Röhlck als Beifahrer hatte so seine liebe Mühe, nach der Fahrt mit vollem Waserbecher am Jurytisch zu erscheinen. Für die Zuschauer in Wendtorf war dieses ungewöhnliche Rennen eine wahre Gaudi.


Vorbild aus dem Hessischen

Marco Evers von den "Wendtörper Fräsenfrünn" hatte schon seit längerer Zeit die Idee ein solches Gaudirennen zu veranstalten. Um sich vor Ort ein Bild zu machen, war er im vergangenen Sommer mit einer Videokamera im Gepäck bis ins hessische Ebbelsheim gefahren. "Das hatte schon Volksfest Charakter", so Evers' Einschätzung - und auch in der Probstei kam dieser Spaß-Wettkampf jetzt prima an.

 


Zwei Fahrten zum Meistertitel

Im Rahmenprogramm konnten die zahlreichen Besucher
übrigens einige der vielseitigen Gartenfräsen auch im herkömmlichen Einsatz erleben. Und während etwa der Acker von Hermann Wieses Koppel umgepflügt wurde, waren einige Meter weiter die landwirtschaftlichen Traktoren und Vehikel der "Oldtimer-Freunde Probstei" zu bestaunen oder die schnittigen, alten Schlitten, die der "Veteranenclub Holstein" auf der Veranstaltungswiese geparkt hatte. Wer das Fräsenrennen am Ende gewann, war für die meisten Zuschauer sicher nur Nebensache. Die Teilnehmer hingegen waren bei allem Spaß auch mit dem nötigen Ehrgeiz bei der Sache. Nach zwei Fahrten hatten schließlich Marco Evers und sein Beifahrer Stefan Clausen die Nase vorn und sie können sich nun mit dem Titel der ersten "Probsteier Fräsenmeister" schmücken.

 

 


Ostholsteiner Zeitung, 10. August 1999
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